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Waldbrand
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Ein Waldbrand ist ein Brand in bewaldetem Gebiet. WaldbrĂ€nde zĂ€hlen gemeinsam mit den FlurbrĂ€nden zu den VegetationsbrĂ€nden. WaldbrĂ€nde werden oft begĂŒnstigt durch Trockenperioden und sind wegen ihrer hohen Ausbreitungsgeschwindigkeit gefĂ€hrlich fĂŒr Mensch und Tier.cite-ref-1[1] Dennoch sind sie in den meisten Waldbiomen der Erde ein wichtiger Umweltfaktor, der die natĂŒrliche VerjĂŒngung fördert.

Der Begriff Buschfeuer wird zum Beispiel fĂŒr große BrĂ€nde von Busch- und Waldland auf dem australischen Kontinent oder in Afrika verwendet.

Contents

‱ Entstehung
‱ Ursachen
‱ Bedingungen
‱ Landflucht
‱ Statistik
‱ Europa
‱ Deutschland
‱ Aus der Luft
‱ Am Boden
‱ Folgen
‱ Forschung
‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Weblinks
‱ Deutschland
‱ Schweiz

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Entstehung

Ursachen

WaldbrĂ€nde sind eine Gefahr fĂŒr trockene WĂ€lder; ebenso erhöhen diese wiederum die Gefahr fĂŒr BrĂ€nde im Umland. Weltweit lassen sich nur etwa vier Prozent aller WaldbrĂ€nde (in Bezug auf die „Anzahl“ der BrĂ€nde, nicht auf die abgebrannte FlĂ€chengrĂ¶ĂŸe) auf natĂŒrliche Ursachen zurĂŒckfĂŒhren.cite-ref-wwf-2-0[2] Der Rest entfĂ€llt auf vorsĂ€tzliche Brandstiftung (Brandrodung, Brandstiftung, etwa um Bauland in einem Naturschutzgebiet zu gewinnen) oder FahrlĂ€ssigkeit (Unachtsamkeit, beispielsweise durch „wilde“ Lagerfeuer oder Grillen, weggeworfene Zigaretten oder Streichhölzer sowie Funkenflug durch das Abbrennen von Strohresten).cite-ref-3[3] Bei den untersuchten WaldbrĂ€nden geht der Großteil auf den Einfluss des Menschen zurĂŒck, etwa zwei Drittel der WaldbrĂ€nde in Italien im Jahr 2007 und ein fast ebenso großer Anteil 2005 und 2006 in Portugal wurden aktiv durch Brandstiftung verursacht.cite-ref-wwf-2-1[2] UnterschĂ€tzte Ursache sind auch heiße Katalysatoren von auf Waldboden abgestellten Autos und MotorrĂ€dern. Im MĂ€rz 2018 entzĂŒndete die von einer Abfahrt hoch erhitzte Bremsscheibe eines auf den Wiesenhang hingelegten Mountainbikes dĂŒrres Gras.cite-ref-4[4] Im Osten Deutschlands verursacht die SelbstentzĂŒndung verrottender Munition aus dem Zweiten Weltkrieg einen betrĂ€chtlichen Teil der BrĂ€nde.cite-ref-5[5]

Dass Glasflaschen und -scherben die Sonnenstrahlen wie BrennglĂ€ser bĂŒndeln und somit Laub oder Gras entzĂŒnden können, ist höchst unwahrscheinlich, selbst bei hierfĂŒr optimalen UmstĂ€nden.cite-ref-wabo-boku-ac-at-6-0[6]cite-ref-7[7]cite-ref-0-8-0[8] Sind die Flaschen jedoch mit Wasser gefĂŒllt, so ist ein EntzĂŒnden sogar mit einer PET-Flasche möglich.cite-ref-0-8-1[8]cite-ref-9[9]

Seltener lösen natĂŒrliche Ursachen wie Blitzschlag oder vulkanische AktivitĂ€t WaldbrĂ€nde aus.

Bedingungen

Die Entstehung und die Ausbreitung von WaldbrĂ€nden werden durch mehrere Faktoren beeinflusst, deren Anteil sich je nach Region stark unterscheiden kann. Dazu gehören ZĂŒndquellen, Beschaffenheit und Dichte des Brennmaterials, Terrain, BrandbekĂ€mpfung durch den Menschen sowie das Wetter. BegĂŒnstigend fĂŒr große BrĂ€nde sind unter anderem hohe Lufttemperaturen, niedrige Luftfeuchte, DĂŒrren und hohe Windgeschwindigkeiten. Hohe Temperaturen fĂŒhren in den Sommermonaten mit geringer relativer Luftfeuchte zu erhöhter Evapotranspiration, wodurch sowohl die Bodenfeuchte insgesamt als auch der Wassergehalt des Brennmaterials innerhalb von Tagen oder Stunden abnehmen kann.cite-ref-warnsignal-klima-10-0[10] Dieser Effekt kann bereits durch geringe Windgeschwindigkeiten noch verstĂ€rkt werden; außerdem wird ein bereits bestehendes Feuer durch die Luftzufuhr weiter angefacht.cite-ref-11[11] Zeitversetzt können sich hingegen auch höhere NiederschlĂ€ge brandfördernd auswirken. So geht beispielsweise in Portugal den extremen Feuerjahren ein regenreicher MĂ€rz mit starkem Pflanzenwachstum voraus, wodurch mehr Brennmaterial in der darauffolgenden Feuersaison zur VerfĂŒgung steht.cite-ref-warnsignal-klima-10-1[10]

VerÀnderungen infolge der globalen ErwÀrmung

Siehe auch

:

Abschnitt „WaldbrĂ€nde“ im Artikel „Folgen der globalen ErwĂ€rmung“

Infolge der Klimakrise wird inzwischen ein exponentieller Anstieg besonders extremer Wald- und FlurbrĂ€nde vorhergesagt.cite-ref-12[12] FĂŒr fast jede untersuchte Region gehen Klimamodelle von einer grĂ¶ĂŸeren HĂ€ufigkeit und IntensitĂ€t von WaldbrĂ€nden infolge der globalen ErwĂ€rmung aus. Dies folgt insbesondere aus der prognostizierten Zunahme von DĂŒrren und der steigenden Lufttemperatur. Dies ist zum Beispiel in den westlichen USA bereits zu beobachten, wo sich die Anzahl der großen BrĂ€nde (mehr als 400 Hektar) seit den 1970er Jahren um etwa 20 Feuer pro Jahrzehnt erhöht hat. ZurĂŒckgefĂŒhrt wird dies neben hohen Temperaturen und Trockenheit auf eine VerlĂ€ngerung der Feuersaison und Wachstumszeit der Vegetation (in Kombination mit zunehmender Kohlenstoffdioxid-DĂŒngung) sowie auf verringerten Schneefall.cite-ref-warnsignal-klima-10-2[10]

DarĂŒber hinaus wirken ĂŒber die globale ErwĂ€rmung weitere Effekte, die das Ausmaß von WaldbrĂ€nden verstĂ€rken können. Zum einen fĂŒhren höhere Temperaturen zur Entstehung von mehr Gewittern und somit zu einer grĂ¶ĂŸeren Zahl an möglichen ZĂŒndquellen. Des Weiteren geht mit steigender Temperatur eine Ausbreitung von SchĂ€dlingen einher, die bisher in höher oder nördlicher gelegenen BĂ€umen keinen Lebensraum finden. Das möglicherweise daraus resultierende Baumsterben erhöht die Menge an Brennmaterial und verringert den Schattenwurf auf den Boden, was wiederum zu mehr Austrocknung fĂŒhrt.cite-ref-warnsignal-klima-10-3[10] Infolge von mehr DĂŒrre durch den Klimawandel sowie der damit einhergehenden generellen Zunahme von Feuerwetter-Bedingungen brennen insbesondere große BrĂ€nde in Nordamerika zunehmend auch die Nacht durch. NĂ€chte sind typischerweise kĂŒhler und feuchter als Tage, was die FeueraktivitĂ€t hemmt und die BrandbekĂ€mpfung erleichtert.cite-ref-13[13]

Intensive WaldbrĂ€nde können auch zu RĂŒckkopplungsmechanismen mit abschwĂ€chendem Effekt fĂŒhren, indem sie karge FlĂ€chen ohne Material fĂŒr zukĂŒnftige BrĂ€nde hinterlassen.cite-ref-warnsignal-klima-10-4[10]

Landflucht

Zu den VegetationsbrĂ€nden in Spanien im August 2025 meinen Experten, dass auch die Landflucht der Bewohner die Brandgefahr erhöht. In den WĂ€ldern sammelt sich mehr brennbares Material an, außerhalb von WĂ€ldern breiten sich BĂŒsche aus, wenn die Bewirtschaftung zurĂŒckgeht.cite-ref-14[14]

NatĂŒrliche WaldbrĂ€nde

Zwar sind WaldbrĂ€nde Bestandteil der Naturdynamik, dennoch haben weniger als 5 % aller WaldbrĂ€nde in Europa natĂŒrliche Ursachen,cite-ref-wwf-2-2[2] meist Blitzschlag. In einer Naturlandschaft Mitteleuropas wĂŒrden sie nur kleinflĂ€chig auftreten und eine untergeordnete Rolle spielen. GrĂ¶ĂŸere WaldbrĂ€nde wĂ€ren ohne den Menschen eine seltenere Erscheinung.

Die natĂŒrlichen WĂ€lder Mitteleuropas sind hauptsĂ€chlich LaubmischwĂ€lder aus Rotbuche und Stieleiche. Sie halten mehr Feuchtigkeit in Biomasse, Boden und Luft und trocknen weniger schnell aus als Nadelholzforste. Dies gilt ebenso fĂŒr die meisten RegenwĂ€lder der Erde. Eine natĂŒrliche Waldzusammensetzung ist ein guter Schutz vor WaldbrĂ€nden.

Ein Waldbrand wirkt als Störung auf das Ökosystem Wald und ermöglicht das Keimen von Pionierpflanzen. Das Mosaik-Zyklus-Konzept sieht WaldbrĂ€nde als einen Bestandteil der natĂŒrlichen Sukzession des Waldes. So ist ein unbedingtes Verhindern von WaldbrĂ€nden in Großschutzgebieten nicht immer sinnvoll, da es den natĂŒrlichen Kreislauf unterbricht. Solche natĂŒrlichen WaldbrĂ€nde verringern die Menge an brennbarem Totholz und verhindern dadurch selbst ihre allzu hĂ€ufige Wiederkehr.

In trocken-warmen Klimaten kommt WaldbrĂ€nden natĂŒrlicherweise eine grĂ¶ĂŸere Rolle zu, auch wenn sie hier heute ebenfalls zum allergrĂ¶ĂŸten Teil durch den Menschen erzeugt werden. Die trockene Kraut- und Strauchschicht brennt als Lauffeuer schnell ab, ohne AltbĂ€ume vollstĂ€ndig zu zerstören, und hinterlĂ€sst unbewachsenen und durch die Asche gleichzeitig mineralstoffreichen Boden, in dem neue BĂ€ume keimen können. MammutbĂ€ume lassen ihre Samen erst nach einem Waldbrand fallen, wenn genug Platz fĂŒr JungbĂ€ume entstanden ist, und sind damit ein Beispiel fĂŒr die Anpassung der sogenannten Pyrophyten an solche „Katastrophen“ und deren Bedeutung in der natĂŒrlichen VerjĂŒngung des Waldes. Eukalyptus fördert WaldbrĂ€nde durch seine hohe Brennbarkeit und profitiert von ihnen, indem die StĂŒmpfe besonders schnell wieder austreiben, noch bevor andere Pflanzen sich erholt haben.

Tropische Savannen und subtropische Hartlaubbiome bilden die Feuerklimaxvegetation ehemaliger WĂ€lder (Trockenwald und Hartlaubwald), die regelmĂ€ĂŸig vor Erreichen der Schlusswaldgesellschaft erneut brennen.

Die grĂ¶ĂŸten natĂŒrlichen WaldbrĂ€nde finden periodisch in den borealen NadelwĂ€ldern des Nordens – insbesondere in Kanada – statt. Sie gehören hier zur natĂŒrlichen ökologischen Dynamik.cite-ref-wwf-2-3[2]

Entwicklung

Ein Waldbrand durchlĂ€uft in der Regel drei Phasen. Er beginnt als Lauffeuer am Boden, das sich noch leicht bekĂ€mpfen lĂ€sst. Dieses Lauffeuer kann, besonders bei Nadelgehölzen, auf die Baumwipfel ĂŒberspringen, was zu dem so genannten Wipfelfeuer und zur schnellen Brandausbreitung fĂŒhrt. Wipfelfeuer lassen sich deutlich schwerer bekĂ€mpfen als Bodenfeuer und wachsen sich leicht zur dritten Stufe, dem Totalbrand, aus. Unter den klimatischen Bedingungen Mitteleuropas bricht ein solcher Vollbrand zusammen, wenn das ihn stĂŒtzende Bodenfeuer niedergekĂ€mpft werden kann.

Zur Ausbreitung eines Feuers im Wald siehe auch Deadman Zone.

Statistik

Europa

2017 war ein Starkjahr fĂŒr WaldbrĂ€nde in Europa. Mehr als 800.000 Hektar Land wurden vernichtet, vor allem in Italien, Portugal und Spanien. In Italien wurden seit 1990 die meisten WaldbrĂ€nde europaweit gezĂ€hlt, es folgen Portugal und Spanien. 2018 wurden 1192 BrĂ€nde auf 181.000 Hektar registriert (siehe auch DĂŒrre und Hitze in Europa 2018#Wald- und FlĂ€chenbrĂ€nde) und 2019 wurden bereits bis Ende April 1233 BrĂ€nde gezĂ€hlt, die 30 Hektar oder mehr Land verbrannten (siehe auch Hitzewellen in Europa 2019#DĂŒrre, WaldbrĂ€nde und landwirtschaftliche SchĂ€den). Der Zehnjahresdurchschnitt fĂŒr diese Jahreszeit liegt bei gerade mal 115 WaldbrĂ€nden.cite-ref-15[15] 2021 setzte sich der Trend mit 550.000 ha verbrannter FlĂ€che fort.cite-ref-16[16]

Siehe auch

:

DĂŒrre und Hitze in Europa 2025#Wald- und FlĂ€chenbrĂ€nde

Deutschland

In Deutschland traten in den Jahren 1993 bis 2018 im Mittel 1016 WaldbrÀnde pro Jahr auf, die im Mittel rund 577 Hektar Wald pro Jahr vernichten. Anfang 2025 betrug der langjÀhrige Durchschnitt der verbrannten WaldflÀche bereits 844 Hektar.cite-ref-faz20250707-17-0[17]

In den Jahren 2018 und 2019 kam es infolge der DĂŒrre seit 2018 zu ĂŒberdurchschnittlichen Waldbrandjahren. 2019 wurden 1523 WaldbrĂ€nde mit einer FlĂ€che von 2711 ha verzeichnet.cite-ref-18[18] Im Vergleich dazu hat die deutsche WaldflĂ€che zwischen 2012 und 2022 um rund 15.600 ha zugenommen.cite-ref-19[19]

Im Jahr 2023 gab es im Bundesland Brandenburg die grĂ¶ĂŸten WaldbrĂ€nde (gemessen an der abgebrannten FlĂ€che), nĂ€mlich 765 Hektar. Auf Platz 2 folgte Mecklenburg-Vorpommern mit 192 Hektar.

Im Jahr 2024 gab es laut Bundesinformationszentrum Landwirtschaft 463 BrÀnde auf 334 Hektar WaldflÀche.cite-ref-faz20250707-17-1[17]

Österreich

Eine Statistische Erfassung der WaldbrĂ€nde fĂŒhrt die UniversitĂ€t fĂŒr Bodenkultur seit dem Jahr 1993 durch. Der flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸte Waldbrand seit Ende des Zweiten Weltkriegs hat 1947 am Nederjoch in Telfes, Tirolcite-ref-20[20] stattgefunden. Damals wurden 200 Hektar WaldflĂ€che vernichtet. 120 Hektar waren es 1961 im Föhrenwald bei Wiener Neustadt sowie der grĂ¶ĂŸte Einsatzmassigecite-ref-21[21] mit rund 115 Hektar im Oktober 2021 im Hirschwang - Höllental der Gemeinde Reichenau an der Rax, Niederösterreich,cite-ref-22[22]cite-ref-23[23]cite-ref-24[24] 80 Hektar im FrĂŒhjahr 2014 in Absam.

Im Gegensatz zu BrĂ€nden im Siedlungsgebiet, deren Kosten von den Gemeinden, bzw. dem Bundesland getragen werden mĂŒssen, bestehen im Falle von WaldbrĂ€nden Übereinkommen mit dem Bund, dass diese vom Land- und Forstministerium getragen werden. Allerdings gibt es immer wieder FĂ€lle, in denen das Ministerium den Gang bis zu den Höchstgerichten in Kauf nimmt, um den Ersatzpflichten zu entgehen. So dauert es oft Jahre, bis auch kleinen Gemeinden ihre oft nicht geringen Feuerlöschkosten refundiert werden.cite-ref-25[25]

WaldbrandbekÀmpfung

Aus der Luft

Falls der Brandort auch mit gelĂ€ndegĂ€ngigen Löschfahrzeugen nicht erreichbar sein sollte, ist die effektivste Methode der WaldbrandbekĂ€mpfung der kombinierte Einsatz von Bodentruppen und Löschflugzeugen und -hubschraubern. Ausgebildete Bodentruppen können mit Handwerkzeugen wie Feuerpatsche einen Waldbrand in Schach halten und kontrolliert die FlammenlĂ€ngen reduzieren. Bei der WaldbrandbekĂ€mpfung mit Luftfahrzeugen wird Löschwasser (mit oder ohne ZusĂ€tze) punktuell auf Brandherde abgeworfen. Nachteile dieser Methode sind die großen GefĂ€hrdungen der Piloten und Maschinen fĂŒr die BrandbekĂ€mpfung und die fehlenden Nacharbeiten an den Brandherden, die sich ohne hĂ€ndische Kontrolle wieder entzĂŒnden können. So starben beispielsweise am 18. Juni 2002 drei Menschen beim Absturz eines Löschflugzeugs in Kalifornien.

In Deutschland kam es zweimal zum Einsatz großer Löschflugzeuge. Beim Brand in der LĂŒneburger Heide halfen vom 11. bis 16. August 1975 Löschflugzeuge vom Typ Canadair CL-215 des französischen Zivilschutzes aus Marignane. Insgesamt transportierten sie 962.500 l Wasser zum Feuer, was pro Tag und Flugzeug 15 bis 20 Pendelfahrten eines Tanklöschfahrzeugs entspricht. Der zweite Einsatz fand am 26./28. Juli 1983 bei Knesebeck statt, diesmal mit einer Transall C-160 der Luftwaffe, die mit einem Wassertank-UmrĂŒstsatz ausgestattet worden waren. Die Anforderung erfolgte, nachdem die Bundesregierung zugesagt hatte, den Landkreis von den Einsatzkosten freizustellen. Eine weitere Anforderung der Transalls, die dann kostenpflichtig gewesen wĂ€re, ist nie erfolgt, und die UmrĂŒstsĂ€tze wurden nach einigen Jahren verschrottet.cite-ref-26[26]

In unzugĂ€nglichen großen Waldgebieten können Feuerwehrleute als sogenannte „Feuerspringer“ mit einem Fallschirm an den Einsatzort gelangen und dort das Feuer bekĂ€mpfen. Dies ist in Europa nicht sehr verbreitet und wird auch als kritisch eingestuft, da die Feuerspringer ĂŒber keinen gesicherten RĂŒckweg verfĂŒgen, wenn sie landen. Die Feuerwehren in Österreich werden bei der BekĂ€mpfung vor allem in alpinen Gebieten hauptsĂ€chlich durch Hubschrauber des Bundesheeres unterstĂŒtzt. Der bei der Feuerwehr installierte Flugdienst hĂ€lt dazu die notwendigen Löschmittel vor und stellt die notwendigen Löschmannschaften.

In Deutschland liegt die Verantwortlichkeit fĂŒr den Katastrophenschutz bei den LĂ€ndern. UnterstĂŒtzung aus der Luft sollte daher an erster Stelle das jeweilige Bundesland in Form der Helikopterstaffel seiner Landespolizei gewĂ€hren können. Diese FĂ€higkeit ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich stark ausgeprĂ€gt. Die hessische Landespolizei hat Training und AusrĂŒstung 2006/2007 deutlich verbessert.cite-ref-27[27] Die sĂ€chsische Landespolizei hat 2009 ihren letzten PZL W-3 SokóƂcite-ref-28[28] außer Dienst gestellt, und damit den letzten Helikopter, den sie mit der AusrĂŒstung „Lasthaken“ bestellt hatte. LöscheinsĂ€tze aus der Luft sind seither nur noch möglich, wenn Ressourcen anderer BundeslĂ€nder oder des Bundes herangefĂŒhrt werden. SchlagkrĂ€ftigstes Einsatzmittel sind die fĂŒr 5000-l-LöschwasserbehĂ€lter tauglichen Sikorsky CH-53 des Hubschraubergeschwader 64 der Bundeswehr aus Laupheim und Holzdorf. Aus KostengrĂŒnden werden sie nur angefordert, wenn der Einsatzleiter andere Möglichkeiten erschöpft sieht. Im Jahre 2008 waren fĂŒr den Einsatz im Rahmen des Katastrophenschutzes 7941 € pro Flugstunde plus Personalkosten zu zahlen.cite-ref-29[29]

Am Boden

Bei der BekÀmpfung wird zwischen Wipfelbrand und Bodenbrand unterschieden.

Beim Bodenbrand ist ein Ansatz die Errichtung von Brandschneisen. Dabei wird in AbhĂ€ngigkeit von den erwarteten maximalen FlammenlĂ€ngen ein Wundstreifen angelegt, in dem sĂ€mtliches brennbare Material entfernt oder kontrolliert abgebrannt wird, damit der Waldbrand sich dort nicht weiter ausbreiten kann. Jedoch kann es durch Funkenflug zu einem Überspringen der Brandschneise kommen und die Bodentruppen dadurch durch Feuer im RĂŒcken gefĂ€hrden.

Bei den meisten WaldbrĂ€nden gibt es Probleme mit der Wasserversorgung, da die nĂ€chsten Wasserentnahmestellen oft weit entfernt sind. Außerdem ist das Einsatzgebiet vor allem im Gebirge oft nur schwer zugĂ€nglich. Man muss eine Löschwasserförderung ĂŒber lange Wegstrecken aufbauen. Dazu sind mehrere Feuerlöschpumpen notwendig. Da das Wasser aber immer nur an der OberflĂ€che des Laubes bleibt, muss man trotzdem mit Schaufeln und Feuerpatschen das Feuer ausschlagen oder dem Löschwasser ein Netzmittel zumischen, welches die OberflĂ€chenspannung des Wassers vermindert.cite-ref-30[30]

FĂŒr solche EinsĂ€tze ist eine große Anzahl von Feuerwehrleuten notwendig, die fĂŒr eine effektive BrandbekĂ€mpfung auch eine spezialisierte Ausbildung durchlaufen mĂŒssen, wie sie an den Waldbrandcamps von ESEPA in Griechenland (bis 2014), von Freunde der ESEPA e. V. Deutschlandcite-ref-31[31] und ESEPA Schweiz im In- und Ausland angeboten wird.

Eine sehr spezielle Löschmöglichkeit ist das Sprengschlauchverfahren. Dieses Verfahren wurde 1996 von den Entwicklern Reinhard Ries und Winfried Rosenstock unter dem Namen 2RS-System registriert. Die Sprenglöschung erfolgt durch die Anwendung von speziell gefertigten, kunststoffummantelten SchlĂ€uchen, die mit Wasser gefĂŒllt werden. Der Schlauch mit typisch 25 cm Durchmesser ist mit einer Sprengstoffschnur (maximal 40 g Sprengstoff pro Meter) versehen. Durch Ausbringung und FĂŒllen der SchlĂ€uche in der NĂ€he der Brandstelle oder Brandfront kann durch ZĂŒndung der SprengsĂ€tze das Wasser fein zersprengt nahe an den Brandherd gebracht werden. Dadurch kann der Brand gelöscht und die Umgebung gekĂŒhlt werden.cite-ref-heise-telepolis-32-0[32]

Risiken durch Munition und Kampfmittel

Löscharbeiten auf ehemaligen TruppenĂŒbungsplĂ€tzen sind schwierig, weil dort BlindgĂ€nger liegen, die von der Hitze des Feuers zur Explosion gebracht werden können.cite-ref-33[33] Deshalb benötigt man Löschpanzer. Zur Zeit der DDR hatten die NVA (Nationale Volksarmee) und die GSSD (Gruppe der Sowjetischen StreitkrĂ€fte in Deutschland) auf dem Territorium der DDR viele TruppenĂŒbungsplĂ€tze.

Beim Waldbrand am 23. MĂ€rz 2014 im Bereich Jungherrntal, Lilienfeld, Niederösterreich kam es durch noch aus dem Zweiten Weltkrieg abgelagerte oder abgeworfene Maschinengewehrmunition und Granaten zu zahlreichen Explosionen, SchĂŒssen und Stichflammen, die die Löscharbeiten behinderten.cite-ref-34[34]cite-ref-35[35]

PrÀvention und GefÀhrdungslage

Ein wichtiger Aspekt ist das rechtzeitige Erkennen von WaldbrĂ€nden, da der zum Löschen nötige Aufwand mit der Zeit quadratisch wĂ€chst. Deshalb werden Patrouillen oder in FeuerwachtĂŒrmen stationierte BrandwĂ€chter eingesetzt.

FrĂŒherkennung

In Deutschland wird seit dem Jahr 2002 zur frĂŒhzeitigen Erkennung von WaldbrĂ€nden ein automatisiertes Waldbrand-FrĂŒhwarnsystem zur Raucherkennung (IQ FireWatch) eingesetzt. Dabei wird mittels eines optischen Sensors, der auf einem alten Feuerwachturm oder Strommasten installiert ist, und einer automatischen Software zur Raucherkennung ein Brand bereits im Entstehungsstadium (Schwelbrand) erkannt. Die Methode gestattet die Erkennung von Rauchwolken bei Entfernung von 20 km und weiter innerhalb von durchschnittlich 4 Minuten. Durch die Übertragung von Bildfolgen und Koordinaten in die Waldbrandzentralen ist eine effektive Einsatzleitung möglich. Stand September 2022 werden mit 400 Sensoren des Systems IQ FireWatch weltweit ĂŒber 6 Millionen Hektar Wald ĂŒberwacht.

Allein 175 optische Sensoren des Systems IQ FireWatch suchen in den Sommermonaten in den BundeslĂ€ndern Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen in allen gefĂ€hrdeten Waldgebieten flĂ€chendeckend nach Rauch. Auch wird die Bevölkerung aufgefordert, gesichtete WaldbrĂ€nde sofort der Feuerwehr zu melden. Auch von Piloten werden immer wieder WaldbrĂ€nde ĂŒber die Flugsicherung den Alarmzentralen der Feuerwehr gemeldet. In Niedersachsen wird zur Waldbrandbeobachtung auch der Feuerwehr-Flugdienst des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsens eingesetzt. Ähnliche EinsĂ€tze von Luftbeobachtern (Personal von Feuerwehr, Forstverwaltung oder LandratsĂ€mtern) zusammen mit Piloten der Luftrettungsstaffel gibt es in Bayern.cite-ref-36[36]cite-ref-37[37]

Zur FrĂŒherkennung werden „intelligente“ Sensoren entwickelt.cite-ref-38[38]

Waldbrandindex

In Deutschland wird die Gefahr eines Waldbrandes nach einem je nach Bundesland vier- oder fĂŒnfstufigen Waldbrandindex ermittelt. Je bekannter diese GefĂ€hrdungslage ist, desto grĂ¶ĂŸer wird die Wahrscheinlichkeit, WaldbrĂ€nde zu verhindern, jedoch hat die Erfahrung gezeigt, dass viele Brandstifter sich durch bekannte Waldbrandwarnungen zum ZĂŒndeln animiert sehen.

DarĂŒber hinaus werden aus PrĂ€ventionsgrĂŒnden in waldbrandgefĂ€hrdeten Gebieten entsprechende WasservorrĂ€te angelegt. So wurden in Niedersachsen nach der Waldbrandkatastrophe 1975 an vorhandenen Seen, Fischteichen oder Kiesgruben Löschwasser-Entnahmestellen eingerichtet und in besonders gefĂ€hrdeten Gebieten Löschwasserteiche angelegt, um eine schnelle und effiziente Wasseraufnahme durch Löschfahrzeuge zu ermöglichen. Wo FließgewĂ€sser zur Wasserentnahme fehlten, legte man ausgediente Heizöltanks als Löschwasser-Vorratstanks mit jeweils zwischen 20.000 und 100.000 Liter Wasser in die Erde.cite-ref-fj001-39-0[39] cite-ref-fj002-40-0[40]

Waldbrandgefahr und Waldbrandwarnung

Zur Berechnung der GefÀhrdungslage von WaldbrÀnden verwendet man Wetterwerte wie Lufttemperatur, der relativen Luftfeuchte, der Windgeschwindigkeit, Niederschlagsrate und die kurz- und langfristigen Niederschlagssummen, sowie kurz- und langwellige Strahlung.cite-ref-zamg-41-0[41]

Aber nicht allein meteorologische Parameter sind ausschlaggebend fĂŒr die Waldbrandgefahr, sondern auch der Vegetationsstand. Zeigerpflanzen (sie zeigen bestimmte Umweltbedingungen, wie den Stickstoffgehalt des Bodens, Luftverschmutzung oder NĂ€sse bzw. Trockenheit an) spielen eine wichtige Rolle. Mit ihnen wird die phĂ€nologische Entwicklung des Waldbodenbewuchses und des Kronenraums abgeschĂ€tzt. Wenn das frische ErgrĂŒnen der Bodenvegetation und die Belaubung der Baumkronen abgeschlossen sind, wird die Ausbreitung der WaldbrĂ€nde gedĂ€mpft und die Gefahr niedriger bewertet. Nicht alle Baumarten sind gleichermaßen zĂŒndanfĂ€llig. Waldbrandstatistiken zeigen, dass unterschiedliche Bestandstypen in unterschiedlichem Maße von WaldbrĂ€nden bedroht sind. Es hat sich deshalb als sinnvoll und ausreichend erwiesen, die Waldlandschaften – je nach ihrer ZĂŒnd- und BrennfĂ€higkeit – zu beurteilen. Die mit dieser Klassierung verbundenen GefĂ€hrdungskorrekturen werden bei der abschließenden Bewertung des lokalen Waldbrandrisikos berĂŒcksichtigt.

Einstufungssysteme sind beispielsweise:

‱ Fire Weather Index (FWI/Indice forĂȘt mĂ©tĂ©o, IFM) von MĂ©tĂ©o-France und Meteorological Service of Canada: auf meteorologischen KenngrĂ¶ĂŸen, Index bis zu 30, oder sechsstufige Skala (very low bis extreme, EFFIS);cite-ref-42[42] zugrundeliegende Werte sind Fine Fuel Moisture Code (FFMC), Duff Moisture Code (DMC), Drought Code (DC), Buildup Index (BUI), Initial Spread Index (ISI); dazu kommt noch das Daily Severity Rating (DSR) und andere Einstufungen
‱ Waldbrandrisikostufe (Waldbrandgefahrenklasse) der EU-Kommission, sie klassifizierte die WĂ€lder Europas in verschiedene Stufen der GefĂ€hrlichkeit (dreistufig: A/hohes, B/mittleres, C/geringes Risiko)cite-ref-waldwissen-43-0[43]
‱ WaldbrandgefĂ€hrdung, Deutsches System des DWD: aus Waldbrandgefahrenklasse (nach Gebiet, vier), Waldbrandgefahrenindex (WBI/M-68, vier/fĂŒnf), Waldbrandgefahrenwarnstufe (vier/fĂŒnf)

Warnsysteme (und Websites):

‱ Meteoalarm: fĂŒr ganz Europa, ĂŒbernimmt die nationalen Warnstufen in das vierstufige Gesamtsystem GrĂŒn – Gelb – Orange – Rot; Flurbrand (Gras-, Schilf-, Heidebrand und Ähnliches) werden unter dieser Warnstufe miterfasst.
‱ EFFIS (European Forest Fire Information System):cite-ref-44[44] Das gemeinsame europĂ€ische Warnsystem, gibt das französisch-kanadische Einstufungssystem
‱ ALPFFIRS (Alpine Forest Fires):cite-ref-45[45] Warnverbund des Alpenraumes

Folgen

Neben den unmittelbaren Folgen wie Freisetzung von Treibhausgasen (CO2), die lokale Zerstörung der Vegetation, BeeintrĂ€chtigung der Fauna, Verlust der Erholungsfunktion fĂŒr einige Jahre, wirtschaftliche Einbußen fĂŒr die Forstwirtschaft und den Tourismus und eventuell erhebliche SchĂ€den an angrenzendem Kulturland gehören auch die mittelbaren. Diese sind erhöhte Erosion wegen der fehlenden BĂ€ume,cite-ref-46[46]cite-ref-47[47] vermehrte Flutereignisse unterhalb des Brandortescite-ref-48[48] und BeeintrĂ€chtigung der WasserqualitĂ€t durch die natĂŒrlich entstandene anorganische Schadstoffbelastung mit Folgen fĂŒr die Wasserversorgung wie fĂŒr die GewĂ€sser-Ökologie,cite-ref-49[49] wĂ€hrend organische Schadstoffe (z. B. polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) eher nur kurzfristig problematisch in Erscheinung treten.cite-ref-50[50] Eine hĂ€ufig vermutete verminderte WasserspeicherkapazitĂ€t des Bodens nach einem Waldbrand wird kontrovers diskutiert.cite-ref-51[51]

Insbesondere von großen WaldbrĂ€nden geht durch Luftverschmutzung eine erhebliche Gesundheitsgefahr aus, da bei den Feuern erhebliche Mengen an Schadstoffen freigesetzt werden, die teils noch ĂŒber große Distanzen wirken können. Gesundheitliche Folgen von Waldbrandrauch können unter anderem Atemwegserkrankungen wie Asthma und COPD sowie Erkrankungen von Herz, Gehirn und Nieren sein.cite-ref-nbc-climate-52-0[52] Beispielsweise kam es bei den WaldbrĂ€nden in Kanada 2023 zu schweren Rauchbelastungen in den USA, von denen mit mehr als 100 Millionen Menschen rund ein Drittel der US-Bevölkerung betroffen war. Diese wurden von Behörden aufgefordert, AktivitĂ€ten im Freien zu reduzieren und gerade bei Vorhandensein einer Lungen- oder Atemwegserkrankung eine Maske zu tragen. Kinder und Ältere wurden darauf hingewiesen, anstrengende AktivitĂ€ten zu verkĂŒrzen oder ganz einzustellen. In New York fielen die LuftqualitĂ€tswerte auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten.cite-ref-53[53] Teile der Rauchfahne zogen ĂŒber den Atlantik und erreichten mit im Satellitenbild markant sichtbarer Front Europa und lösten dort intensives Abendrot aus.cite-ref-54[54]

Forschung

Das Global Fire Monitoring Center in Freiburg im Breisgau ist seit dem Jahr 1998 die einzige europĂ€ische Forschungsstelle zur Sammlung von Daten im Zusammenhang mit WaldbrĂ€nden. Leiter dieser Zweigstelle des Max-Planck-Instituts fĂŒr Chemie ist Johann Georg Goldammer, der im Auftrag der Vereinten Nationen (UN International Strategy for Disaster Reduction (UN-ISDR)) am Global Fire Monitoring Center (GFMC) u. a. im Rahmen seiner Professur fĂŒr Feuerökologie mit Hilfe seiner Forschung Strategien zur globalen WaldbrandbekĂ€mpfung entwickelt.cite-ref-55[55]cite-ref-56[56]cite-ref-57[57]cite-ref-58[58]

Im alpinen Raum wurde das Projekt „ALP FFIRS“ (Alpine Forest Fire Warning System) durchgefĂŒhrt.cite-ref-59[59] Ziele des Projekts waren vorbeugende Maßnahmen zur Verringerung von SchĂ€den im Zusammenhang mit WaldbrĂ€nden. Dazu wurde ein gemeinsames Warnsystem fĂŒr den Alpenraum unter BerĂŒcksichtigung der jeweils aktuellen Wetterbedingungen entwickelt. Die Hauptaufgabe bestand in der Bereitstellung einer Entscheidungshilfe fĂŒr die Behörden und Feuerwehren. Ein einheitlicher GefĂ€hrdungsindex soll die alpinweite Vergleichbarkeit der Warnstufen ermöglichen. Projektpartner waren 14 öffentliche Institutionen wie Wetterdienste, UniversitĂ€ten, regionale und nationale Behörden aus dem Alpenraum (5 aus Italien, 3 aus der Schweiz, 2 aus Österreich, 2 aus Slowenien, je 1 aus Frankreich und Deutschland).

An der UniversitĂ€t fĂŒr Bodenkultur Wien wurde im Rahmen der Österreichischen Forschungsinitiative Waldbrand (AFFRI – Austrian Forest Fire Research Initiative)cite-ref-60[60]cite-ref-61[61] die HĂ€ufigkeit, Verteilung und die Gefahr von WaldbrĂ€nden in Österreich untersucht. In AbhĂ€ngigkeit von Vegetation, Klima und menschlichem Einfluss soll das Auftreten und Verhalten von WaldbrĂ€nden in gefĂ€hrdeten Waldökosystemen modellhaft beschrieben werden. AFFRI verfolgte die beiden Ziele, „hot spots“ fĂŒr WaldbrĂ€nde in Österreich in AbhĂ€ngigkeit von Vegetation, Klima und Lage zu identifizieren und einen Waldbrand-Simulator fĂŒr österreichische VerhĂ€ltnisse zu entwickeln.

Im Rahmen von AFFRI sowie von ALP FFIRS und FIRIA wurde eine öffentlich zugĂ€ngliche Waldbrand-Datenbank fĂŒr Österreich erstellt.cite-ref-62[62] Sie umfasst sĂ€mtliche an der UniversitĂ€t fĂŒr Bodenkultur in Wien, Institut fĂŒr Waldbau, erhobenen VegetationsbrĂ€nde seit 1993.

In Australien beschÀftigt sich das Buschfeuer-Forschungszentrum mit sozialen, ökologischen und ökonomischen Auswirkungen von Buschfeuern.

In der Literatur

Die seinerzeit berĂŒhmte ErzĂ€hlung Der Waldbrand von Leopold Schefer schilderte einen Riesenwaldbrand in Kanada im Jahr 1827. Norman Maclean beschreibt in Junge MĂ€nner im Feuercite-ref-63[63] den Mann-Gulch-Waldbrand 1949 in Montana, der 13 MĂ€nner das Leben kostete.cite-ref-weickmanngulch-64-0[64]

Historische WaldbrÀnde

→

Hauptartikel

:

Liste historischer WaldbrÀnde

Siehe auch

‱ Awialessoochrana (Russland) – Ă€lteste und grĂ¶ĂŸte WaldbrandbekĂ€mpfungseinheit der Welt

Überbegriff:


Literatur

‱ Peter Lex: Die Roten Hefte, Heft 26 – BekĂ€mpfung von WaldbrĂ€nden, MoorbrĂ€nden, HeidebrĂ€nden. 4., ĂŒberarbeitete und erweiterte Auflage. Kohlhammer, Stuttgart, Berlin und Köln 1996, ISBN 3-17-014033-7, S. 164.
‱ Ehrenfried Liebeneiner: Waldbrand-Berichte. Aus dem Walde, Heft 34. Schaper, Hannover 1981, 256 S.
‱ Autorenkollektiv: Waldbrandschutz. Das Lernprogramm fĂŒr Forstverwaltung, Feuerwehr und Katastrophenschutz usw. AID-Nr. 3643. 3 CD-ROMs. Auswertungs- und Informationsdienst fĂŒr ErnĂ€hrung, Landwirtschaft und Forsten (AID) e. V., Bonn 2000, ISBN 3-8308-0026-6.
‱ Hans-C. König: Waldbrandschutz. Kompendium fĂŒr Forst und Feuerwehr. Edition GefahrenAbwehr; Supplement (Band 1). Fachverlag Grimm, Berlin 2007, ISBN 978-3-940286-01-7.
‱ Jan SĂŒdmersen (Hrsg.): SER – Wald- und FlĂ€chenbrandbekĂ€mpfung. ecomed Verlag, Landsberg 2008.
‱ Birgit SĂŒssner: Wald- und VegetationsbrĂ€nde (= Die Roten Hefte. Heft 107). 1. Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-17-036500-1.
‱ Hans Heinrich Ziemann: WaldbrĂ€nde: Feuerland Kalifornien. In: Geo-Magazin. Hamburg 1979, Heft 2, S. 78–96. Informativer Erlebnisbericht ĂŒber die „Hölle“ mit einer Energie von 250 Hiroshima-Atombomben. ISSN 0342-8311

Weblinks

Commons

: WaldbrÀnde

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Literatur von und ĂŒber Waldbrand im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ earthdata.nasa.gov: Fire Information for Resource Management System (englisch, Darstellung von GroßbrĂ€nden aller Art)
‱ gfmc.online: GFMC – Global Fire Monitoring Center (engl.)
‱ Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-WĂŒrttemberg auf waldwissen.net: Themensammlung Waldbrand
‱ WWF, Fires, Forests and the Future: A crisis raging out of control? (2020, englisch, PDF)
‱ UNEP: Spreading like Wildfire: The Rising Threat of Extraordinary Landscape Fires, 2022.

Deutschland

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‱ Deutscher Wetterdienst, dwd.de: Waldbrandgefahrenprognose
‱ Bundesamt fĂŒr Kartographie und GeodĂ€sie, gdz.bkg.bund.de: Der digitale Waldbrandatlas („FĂŒr Behörden“, kosten- und anmeldepflichtig)
‱ Stiftung Unternehmen Wald Deutschland e. V., wald.de: Ursachen fĂŒr Waldbrand

Österreich

‱ fire.boku.ac.at: Waldbrand-Datenbank
‱ wabo.boku.ac.at: WaldbrĂ€nde

‱ AFFRI – Austrian Forest Fire Research Initiative (Waldbrandforschung)

Schweiz

‱ wsl.ch: Leben mit Waldbrand – WSL Merkblatt fĂŒr die Praxis (PDF, 2,7 MB)
‱ ESEPA Schweiz: Waldbrandausbildung und -bekĂ€mpfung
‱ Kantonales WaldbrandbekĂ€mpfungskonzept, Kanton Wallis 2009

Einzelnachweise

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cite-note-wabo-boku-ac-at-66. ↑ Die Krux mit den Glasscherben. UniversitĂ€t fĂŒr Bodenkultur Wien, 7. Juni 2012, abgerufen am 5. Juni 2019 (AusfĂŒhrliche Zusammenfassung der ursprĂŒnglichen Quelle: Verursacht Glas WaldbrĂ€nde?, AFZ Der Wald, Ausgabe 18/2007).
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